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Gott redet in der Stille PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Maria Kapetschny   
Samstag, 24 April 2010
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Gott redet in der Stille
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Gott redet in der Stille

„Gott, bleib doch nicht so still und ruhig!“ So beginnt der 83. Psalm. So beginnen manchmal unsere Gebete, unsere „Stille Zeit“. Gott, rede endlich mit mir – wie kannst du nur so stumm sein!

 

Ein Text, der mir dann hilft, ist 1. Könige 19. Der Prophet Elia hat eine Menge hinter sich: einen ermüdenden Kampf gegen den fremden Baalskult in Israel, das Erlebnis, wie Gott dabei Feuer auf die Erde warf, Verfolgung und Lebensgefahr, eine eintägige Flucht in die Wüste, Stille um ihn her, Geschrei, Angst und Lebensmüdigkeit in sich, Verpflegung von einem Boten Gottes in der Wüste – und zum Schluss einen gewaltigen Fußmarsch: vierzig Tage durch die Wüste bis zum Berg Horeb. Eine lange Zeit. Eine lange Einsamkeit. Eine lange Stille.

 

Jetzt, auf dem Horeb, hat Elia eine besondere Begegnung mit Gott: „Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel…“

 

Zuerst erlebt Elia, was er schon kennt: Gott befehligt Sturm, Erdbeben und Feuer. Wie als er Feuer auf die Erde warf. Oder als er für Mose und Israel das Meer teilte. Psalm 83 enthält auch die Bitte: „Mein Gott, mache unsere Feinde […] wie Spreu vor dem Winde […], verfolge sie mit deinem Sturm“. Gott ist Herr über die Naturgewalten.

 

ABER er ist nicht darin! Gott ist kein Poltergeist, er kann die Elemente wohl lenken, aber er geht nicht darin auf. Sondern er ist in einem stillen, sanften Sausen. Genauer übersetzt: „die Stimme einer lautlosen Windstille“. So klingt Gottes Stimme. Wie eine lautlose Windstille! Wie kann man das überhaupt hören? Elia, so heißt es im Text ja tatsächlich, hörte diese Stille!

 

Oft suchen wir Stillezeiten. Um einen Gegenpol zu setzen zum Alltagslärm. Und um Gott reden zu hören. Aber Gott macht auch Stillezeiten! Elia war 40 Tage lang unterwegs, in der Stille der Wüste. Ein langer Weg ohne besondere Gottesbegegnung. Es brauchte eine lange Stille-Zeit, bis seine Ohren auf Empfang gestellt waren. Wir brauchen vielleicht sehr lange, um für Gottes Stimme empfänglich zu werden, für die „Stimme einer lautlosen Windstille“.

 

Unsere tägliche „Stille Zeit“ muss nicht immer dahin führen, dass Gott etwas zu uns sagt. Die Stille Zeit ist nicht immer nur dazu da, Gott zu loben, ihm zu danken, ihn um etwas zu bitten oder Lösungen zu finden. All das kann sie auch sein. Einfach in Gottes Gegenwart sein, völlige Stille aushalten und genießen zu lernen, das ist genauso wertvoll. Vielleicht redet Gott ununterbrochen, und wir können es nicht hören: So Vieles in uns redet dauernd dazwischen! Vielleicht ist Gott einfach mal still. Und das heißt dann nicht, dass er sich von uns abgewandt hat, so wie er Elia in der Wüste nicht verlassen hatte. Vielmehr können wir von seinem Stillesein lernen, selbst still zu werden. Gottes Stimme ist die einer lautlosen Windstille. Sein eigentliches Wesen ist sanft und leise – es ist so leicht, ihn zu überschreien. Stille sein vor Gott, auch ohne Worte, das macht empfänglich – zuerst für seine wunderschöne Stille! Und dann auch für sein Reden.

 

Übrigens: Das erste, was Elia nach dieser Stille hört, ist, dass Gott nach ihm fragt: Was tust du hier? Wie geht es dir?

 

Pastorin Maria Kapetschny



 
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