Stille im Alltag - Gottes 5-Minuten-Geschenke PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Maria Kapetschny   
Samstag, 24 April 2010
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Stille im Alltag - Gottes 5-Minuten-Geschenke
Seite 2

                   Stille im Alltag – Gottes Fünf-Minuten-Geschenke

Stille im Alltag – für fünf Minuten? Ich habe ganz schön zu grübeln, wie das gehen soll. Je mehr ich mich mit dem Thema Stille beschäftige, desto skeptischer werde ich solchen Dingen wie „Eine-Minute-Andachten“ gegenüber. Stille ist kein Konsumgut, das man sich mal eben schnell besorgen kann. Sie braucht Zeit. Um ins Gebet, ins Meditieren, ins Reflektieren zu gelangen, reichen fünf Minuten eben nicht aus. Ich erinnere mich an die 40 Tage in der Wüste, die Elia gebraucht hat (siehe die Andacht im vorletzten Gemeindebrief).

Aber dann stoße ich auf die biblische Geschichte im 2. Buch Mose:

1Mose hütete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro […]. Eines Tages [kam er] an den Gottesberg, den Horeb. 2Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer lodernden Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Mose sah nur den brennenden Dornbusch, aber es fiel ihm auf, dass der Busch von der Flamme nicht verzehrt wurde. 3„Das ist doch seltsam“, dachte er. „Warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen!4Als der HERR sah, dass Mose näher kam, rief er ihn aus dem Busch heraus an: „Mose! Mose! ...“

Mose hütet Tiere, wie immer. Er geht seiner täglichen Arbeit nach – und sieht einen Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt. Hat das prasselnde Feuer etwas Beruhigendes? Von Lärm und Aufregung ist jedenfalls nichts zu spüren. Wesentlich erscheint mir aber dieses: Dass Mose Gott überhaupt wahrnimmt, liegt an seiner Aufmerksamkeit: Er stutzt! „Das ist doch seltsam. Das muss ich mir aus der Nähe ansehen.“ Und er geht auf dieses seltsame Phänomen zu. Und dann heißt es: Als Gott sah, dass Mose näher kam, da rief er ihn an. Gott schreit nicht herum, um auf sich aufmerksam zu machen, sondern wartet darauf, dass Mose den Busch wahrnimmt und neugierig wird! Und das tut Mose. Eine Gottesbegegnung, spektakulär, aber in aller Stille, und das mitten im Alltag.

Gott macht wohl doch „Fünf-Minuten-Geschenke“. Dabei verlässt er sich allerdings auf unsere Aufmerksamkeit. Dieser Moment des Stutzigwerdens, der ist entscheidend. Im Alltag übersehen wir oft den besonderen Augenblick. Oder wir halten eine innere Regung nicht für so wichtig. Im Kopf sind wir schon bei der Arbeit, beim Einkaufen, beim Sport. Wir nehmen nicht mehr wahr, was gerade jetzt ist und hier. Selbst wenn es doch eigentlich seltsam ist. Selbst wenn es doch eigentlich wert wäre, es sich aus der Nähe anzuschauen.

Ich wünsche euch herzlich, dass ihr in eurem Alltag immer wieder einmal stutzig werden könnt. Gut möglich, dass es ein Fünf-Minuten-Geschenk Gottes ist.

Eure

Pastorin Maria Kapetschny

 


 
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